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Anleitung

Schallplatten digitalisieren

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Viele Sammler möchten ihre Platten auch unterwegs hören oder vor Abnutzung schützen. Das Digitalisieren ist dafür der übliche Weg. Diese Seite erklärt, welche Geräte Sie benötigen, wie der Signalweg zum Computer aussieht, welche Software sich eignet und wie Sie aus der Aufnahme saubere Einzeltitel machen. Ein Studio brauchen Sie dafür nicht.

Zwei Wege zum Computer

Der einfachste Weg ist ein Plattenspieler mit USB-Ausgang. Er enthält den nötigen Vorverstärker und einen Wandler, der das Signal digital an den Computer liefert. Der Computer erkennt ihn meist wie ein Mikrofon oder eine externe Soundkarte. Passende Geräte zeigt der Ratgeber Plattenspieler mit USB.

Der zweite Weg führt über ein Audio-Interface oder einen USB-Phono-Vorverstärker. Dabei gelangt das Signal vom Plattenspieler über Cinch-Kabel zum Vorverstärker, von dort in das Interface und weiter zum Computer. Dieser Weg ist flexibler, weil Sie jeden Plattenspieler nutzen können, und liefert bei guten Komponenten oft eine feinere Aufnahme.

Vor der Aufnahme: Platte und Technik vorbereiten

Eine Aufnahme gibt alles wieder, was die Rillen hergeben, also auch Staub und Knistern. Reinigen Sie die Platte deshalb vorher gründlich. Hinweise dazu finden Sie unter Schallplatten reinigen. Prüfen Sie außerdem, ob die Nadel noch in gutem Zustand ist, siehe Plattenspieler-Nadel wechseln.

Auch Auflagegewicht und Antiskating sollten stimmen, damit die Nadel sauber in der Rille läuft. Wie das geht, erklärt Auflagegewicht und Antiskating einstellen. Stellen Sie den Plattenspieler stabil auf, damit Erschütterungen nicht in die Aufnahme gelangen.

Hinweis:Schließen Sie den Plattenspieler an einen Phono-Eingang nur dann an, wenn dieser zum Tonabnehmer passt. Ein Plattenspieler ohne Vorverstärker an einem Line-Eingang klingt sehr leise und dünn.

Software und Einstellungen

Für die Aufnahme genügt ein Audioeditor, der von einem Eingang aufnehmen kann. Beliebt ist das kostenlose Open-Source-Programm Audacity, das für Windows, macOS und Linux erhältlich ist. Viele USB-Plattenspieler liefern außerdem eine eigene Software mit; ob sie Ihrem Betriebssystem entspricht, steht in der Anleitung.

Wählen Sie in der Software den USB-Eingang als Aufnahmegerät und stellen Sie den Pegel so ein, dass die lautesten Stellen nicht übersteuern. Übersteuerte Spitzen lassen sich später nicht retten. Gängige Einstellungen sind eine Abtastrate von 44,1 oder 48 kHz und 16 oder 24 Bit. Wenn Sie später bearbeiten möchten, bieten 24 Bit mehr Reserve.

  • Aufnahmegerät in der Software auswählen
  • Pegel mit einem lauten Stück einpegeln
  • Wiedergabe des Computers stummschalten, um Rückkopplung zu vermeiden
  • Eine Seite am Stück aufnehmen

Schritt für Schritt aufnehmen

Der Ablauf ist bei beiden Wegen ähnlich. Planen Sie pro Plattenseite etwa die tatsächliche Spielzeit ein, denn die Aufnahme läuft in Echtzeit.

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    Plattenspieler mit dem Computer oder Interface verbinden und einschalten.

  2. 2

    Platte reinigen, auflegen und Nadel absenken.

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    In der Software ein neues Projekt anlegen und den richtigen Eingang wählen.

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    Den Pegel an der lautesten Stelle prüfen und nachregeln.

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    Aufnahme starten, dann die Nadel in die erste Rille setzen.

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    Am Ende der Seite die Aufnahme stoppen und die Nadel anheben.

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    Die Seite in Titel schneiden, Pausen kürzen und mit Namen versehen.

  8. 8

    Als WAV, FLAC oder MP3 exportieren.

Dateiformate und Nachbearbeitung

WAV speichert unkomprimiert und eignet sich als Archivformat. FLAC komprimiert verlustfrei und braucht weniger Platz, die Qualität bleibt gleich. MP3 und AAC sind verlustbehaftet, aber klein und für Handy und Auto praktisch. Ein sinnvoller Plan: Original als WAV oder FLAC behalten, davon bei Bedarf kleine Kopien erzeugen.

Entfernen von Knacksern und Rauschen ist möglich, sollte aber sparsam erfolgen. Starke Filter nehmen Musik mit weg und klingen künstlich. Reinigen Sie lieber vorher die Platte. Beachten Sie auch, dass das Kopieren für den privaten Gebrauch erlaubt sein kann, die Weitergabe der Dateien aber in der Regel nicht.

USB-Plattenspieler ansehen →

Qualität verbessern und typische Stolpersteine

Die Qualität einer Aufnahme hängt vor allem von der Quelle ab: saubere Platte, passende Nadel, richtig eingestelltes Auflagegewicht. Erst danach kommen Wandler und Software. Ein sehr teures Interface macht aus einer verschmutzten Platte keine saubere Aufnahme.

Häufige Probleme sind ein zu leiser Pegel, weil das Signal ohne Phono-Stufe ankommt, und Brummen durch fehlende Masseleitung. Hilfe dazu bietet Plattenspieler brummt. Eine zu laute Aufnahme übersteuert und knackt. Lassen Sie daher etwas Spielraum nach oben.

Legen Sie vor dem Start einen Ordner pro Album an und benennen Sie die Dateien einheitlich mit Interpret, Album und Titel. Das spart später viel Mühe in der Musikverwaltung. Vergessen Sie nicht, Cover-Bilder als Metadaten hinzuzufügen.

Häufige Fragen

Brauche ich einen USB-Plattenspieler? Nein. Jeder Plattenspieler lässt sich mit Phono-Vorverstärker und Audio-Interface digitalisieren. Der USB-Plattenspieler ist nur die bequemere Lösung.

Wie lange dauert das Digitalisieren? Es läuft in Echtzeit, eine Plattenseite dauert so lange, wie sie spielt. Hinzu kommen Schneiden und Benennen.

Welches Format soll ich speichern? Zum Archivieren WAV oder FLAC, für unterwegs eine kleinere Kopie als MP3 oder AAC.

Kann ich die Anlage als Zwischenstation nutzen? Ja, wenn der Verstärker einen Aufnahmeausgang (Rec Out oder Tape Out) hat. Er liefert das verstärkte Signal an einen Wandler. Prüfen Sie dazu die Anleitung des Verstärkers.

Was Sie dafür brauchen