Ratgeber
Schallplatten-Reiniger und Bürsten: Auswahl
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Kurz gesagt
Für losen Staub reicht eine Carbonfaserbürste, die vor jedem Abspielen mit der Platte läuft. Für Fingerabdrücke und festsitzenden Schmutz braucht es eine Reinigungsflüssigkeit mit weichem Tuch oder eine Nassreinigung. Die Nadel pflegen Sie getrennt mit einer eigenen Nadelbürste.
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Der Zubehörmarkt für Schallplattenpflege ist groß, und nicht jedes Teil ist für jede Verschmutzung gedacht. Diese Seite ordnet die gängigen Helfer nach ihrem Zweck: Bürsten für den Alltag, Flüssigkeiten für gründlichere Reinigung, Tücher und Nadelpflege. So können Sie entscheiden, was Sie wirklich brauchen und was Sie sich sparen können.
Erst die Verschmutzung einordnen
Bevor Sie etwas kaufen, schauen Sie, was auf der Platte liegt. Lose Staubpartikel setzen sich in den Rillen ab und verursachen Knistern und Knacken. Fingerabdrücke hinterlassen einen leichten Fettfilm. Alte Platten vom Flohmarkt tragen oft eine Mischung aus Staub, Fett und eingetrocknetem Schmutz.
Jede dieser Verschmutzungen verlangt ein anderes Mittel. Trockene Bürsten entfernen nur losen Staub. Fett und festsitzender Schmutz lassen sich nur mit einer Flüssigkeit lösen. Wer das trennt, vermeidet unnötige Käufe und schont die Platte.
| Verschmutzung | Passendes Hilfsmittel |
|---|---|
| Loser Staub vor dem Abspielen | Carbonfaserbürste oder Antistatik-Bürste |
| Fingerabdrücke, leichter Fettfilm | Reinigungsflüssigkeit mit Mikrofasertuch |
| Alter, fest sitzender Schmutz | Nassreinigung von Hand oder mit Maschine |
| Staub und Flusen an der Nadel | Weiche Nadelbürste |
| Staub auf dem Plattenteller und der Matte | Trockenes Tuch, Antistatik-Tuch |
Trockene Bürsten: Carbonfaser und Antistatik
Die Carbonfaserbürste ist das Standardwerkzeug für den Alltag. Ihre feinen Fasern fahren in die Rillen und nehmen losen Staub auf. Der Kohlenstoff leitet elektrische Ladung ab, sodass sich der Staub nicht sofort wieder anlagert. Sie führen die Bürste bei laufendem Teller mit leichtem Druck von außen nach innen an die Platte.
Es gibt auch Bürsten mit Samt- oder Mikrofaserbesatz. Sie nehmen ebenfalls Staub auf, sind aber meist weniger wirksam gegen statische Aufladung. Wichtig ist, die Bürste sauber zu halten: Staub, der an den Fasern klebt, wird sonst wieder auf die Platte übertragen. Klopfen oder streichen Sie die Fasern regelmäßig aus.
Trockene Bürsten ersetzen keine Nassreinigung. Sie halten eine saubere Platte sauber, lösen aber keinen Fettfilm.
Reinigungsflüssigkeit und Tücher
Für gründlichere Reinigung gibt es Flüssigkeiten, die für Vinyl gedacht sind. Sie sind meist wasserbasiert und enthalten milde Tenside, teils mit etwas Alkohol. Achten Sie auf Produkte, die ausdrücklich für Schallplatten vorgesehen sind, und lesen Sie die Anwendungshinweise des Herstellers.
Aufgetragen wird die Flüssigkeit sparsam auf die Platte oder auf das Tuch. Mit einem weichen Mikrofasertuch wischen Sie in Richtung der Rillen, also im Kreis und nicht quer dazu. Das Tuch sollte fusselfrei und ausschließlich für Platten reserviert sein, damit keine Rückstände von anderen Reinigungsmitteln auf das Vinyl gelangen.
Das Etikett in der Plattenmitte sollten Sie dabei möglichst nicht durchnässen. Papier quillt auf und kann sich lösen.
Hinweis:Lösungsmittel wie Aceton, Spiritus oder haushaltsübliche Glasreiniger und Scheuermittel sind für Vinyl nicht geeignet. Mehr zu Hausmitteln und deren Grenzen finden Sie in Schallplatten reinigen mit Hausmitteln.
Nadelpflege: eigene Bürste, eigener Reiniger
Auch die Nadel sammelt Staub und Flusen. Dafür gibt es kleine Nadelbürsten mit sehr weichen Borsten. Sie streichen damit von hinten nach vorn, also in Richtung der Nadelspitze, nie seitlich und nie von vorn nach hinten. Seitlicher Druck kann den Nadelträger beschädigen.
Manche Hersteller bieten zusätzlich Nadelreiniger-Flüssigkeit oder Gel an. Sie lösen festgesetzten Belag. Gehen Sie dabei sehr behutsam vor und halten Sie sich an die Anleitung des Produkts und die Hinweise des Tonabnehmer-Herstellers. Eine ausführliche Anleitung bietet Plattenspieler-Nadel reinigen.
Eine Nadel, die oft verschmutzt ist, kann auch ein Hinweis auf eine stark verschmutzte Platte sein. Dann hilft die Reinigung der Platte mehr als häufiges Putzen der Nadel.
Was sich lohnt und was nicht
Wer regelmäßig hört, kommt mit wenig aus: eine Carbonfaserbürste für jede Plattenseite, eine Nadelbürste und für gelegentliche Grundreinigung eine Flüssigkeit samt Tuch. Das deckt den größten Teil der Fälle ab.
Aufwendigeres Zubehör wie Reinigungsmaschinen oder Ultraschallbäder lohnt sich vor allem bei großen Sammlungen oder vielen gebrauchten Platten. Wie das funktioniert und für wen es sich eignet, erklärt Schallplatten waschen und Reinigungsmaschinen. Eine Übersicht über das Grundzubehör finden Sie in Plattenspieler-Zubehör: Grundausstattung.
Gut geeignet ist auch Zubehör, das Platten gar nicht erst schmutzig werden lässt: Innenhüllen aus Antistatik-Material und eine staubgeschützte Lagerung, wie sie Schallplatten aufbewahren beschreibt.
Häufige Fragen
Muss ich jede Platte vor dem Abspielen bürsten? Ein kurzer Durchgang mit der Carbonfaserbürste vor jeder Seite ist sinnvoll, weil er den Staub entfernt, bevor die Nadel ihn in die Rille drückt. Bei frisch gereinigten Platten in sauberen Hüllen genügt es, wenn Sie es regelmäßig tun.
Kann ich die Bürste nass benutzen? Trockene Carbonfaserbürsten sind nicht dafür gedacht. Für feuchte Reinigung gibt es separate Bürsten und Tücher, die zur jeweiligen Flüssigkeit passen. Beachten Sie die Anleitung des Herstellers.
Wie oft sollte ich die Nadel bürsten? Viele Hörer bürsten die Nadel nach einigen Plattenseiten kurz ab. Sichtbarer Belag oder ein plötzlich schlechterer Klang sind Anlass zur Reinigung.
Brauche ich spezielle Reiniger für Schellack? Schellackplatten bestehen aus anderem Material als Vinyl und reagieren empfindlicher auf manche Flüssigkeiten. Nutzen Sie nur Mittel, die der Hersteller dafür vorsieht, oder trocknen Sie sie nur ab.
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