Ratgeber
MM oder MC: Tonabnehmer erklärt
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Kurz gesagt
MM steht für Moving Magnet, MC für Moving Coil. Beide wandeln die Rillenbewegung in eine Spannung um, MC liefert aber deutlich weniger und braucht mehr Verstärkung. Die meisten Plattenspieler nutzen MM, weil es robust ist, an jeden Phono-Eingang passt und sich die Nadel leicht wechseln lässt.
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Der Tonabnehmer sitzt am Ende des Tonarms und ist das Bauteil, das aus der Rille ein elektrisches Signal macht. Zwei Bauarten sind verbreitet: MM und MC. Die Wahl beeinflusst Verstärkung, Wartung und Auswahl. Diese Seite erklärt die Unterschiede ohne Fachjargon und zeigt, worauf Sie bei der Kombination mit dem Vorverstärker achten.
So arbeiten MM und MC
Beim MM-System sitzt am Nadelträger ein kleiner Magnet. Er bewegt sich in der Nähe von festen Spulen, die das Signal erzeugen. Beim MC-System ist es umgekehrt: Die Spulen sitzen am Nadelträger und bewegen sich im Feld eines festen Magneten.
Der Unterschied klingt klein, hat aber Folgen. Die bewegte Masse ist bei MC meist geringer, was feine Details begünstigen kann. Dafür sind MC-Spulen sehr klein, wodurch die Ausgangsspannung sinkt.
- 1Magnet: beim MM beweglich am Nadelträger, beim MC fest im Gehäuse
- 2Spule: beim MM fest, beim MC am Nadelträger beweglich
- 3Nadelträger: überträgt die Rillenbewegung auf Magnet oder Spule
- 4Ausgangsspannung: MM 3 bis 5 mV, MC 0,2 bis 0,5 mV: MC braucht deutlich mehr Verstärkung
Ausgangsspannung und Verstärkung
Ein typisches MM-System liefert etwa 3 bis 5 Millivolt, ein MC-System meist 0,2 bis 0,5 Millivolt. Deshalb braucht MC deutlich mehr Verstärkung. Standard-Phono-Eingänge sind auf MM ausgelegt und verstärken grob 35 bis 40 dB. Für MC sind etwa 55 bis 65 dB nötig, entweder durch eine MC-fähige Phono-Stufe oder durch einen vorgeschalteten Übertrager.
Schließen Sie ein MC-System an einen reinen MM-Eingang an, ist der Ton sehr leise und rauscht. Prüfen Sie vor dem Kauf also, was die Phono-Stufe kann. Eine Übersicht über Vorstufen liefert Braucht man einen Phono-Vorverstärker?. Mit dem Phono-Anschluss-Finder prüfen Sie, welche Kombination passt.
| Merkmal | MM | MC |
|---|---|---|
| Aufbau | Magnet am Nadelträger | Spule am Nadelträger |
| Ausgangsspannung | etwa 3 bis 5 mV | etwa 0,2 bis 0,5 mV |
| Phono-Eingang | Standard | MC-Eingang oder Übertrager |
| Nadelwechsel | oft einfach durch den Nutzer | häufig nur ganzer Tonabnehmer oder Werkservice |
| Verbreitung | Einsteiger- bis Mittelklasse | gehobene und hohe Klasse |
Nadelwechsel und Wartung
Bei vielen MM-Systemen lässt sich die Nadel samt Träger als Einheit herausziehen und tauschen. Das senkt die Betriebskosten und erlaubt es, später eine hochwertigere Nadel einzusetzen, wenn der Hersteller sie für das System anbietet. Wie der Wechsel abläuft, beschreibt Plattenspieler-Nadel wechseln.
Bei MC-Systemen ist die Nadel meist fest mit dem Gehäuse verbunden. Ist sie abgenutzt, muss das System oft eingeschickt oder ersetzt werden. Das ist ein Grund, warum MC eher Anlagen vorbehalten bleibt, in denen der Aufwand zum Konzept gehört.
Welches System passt zu wem
Für die meisten Haushalte ist ein MM-System die einfachere Wahl. Es ist unkompliziert, passt an jeden Phono-Eingang, und es gibt eine große Auswahl an Nadeln und Systemen. Viele fertige Plattenspieler werden mit einem MM-System ausgeliefert, etwa in den Übersichten Audio-Technica Plattenspieler und Pro-Ject Plattenspieler.
MC eignet sich, wenn Anlage und Phono-Stufe dafür vorbereitet sind und Sie bereit sind, mehr zu investieren und die Einstellung genauer vorzunehmen. Der Klangunterschied hängt stark von Modell, Nadelschliff und Einstellung ab und lässt sich nicht pauschal der Bauart zuordnen.
Hinweis:Beim Umstecken zwischen Phono-Eingängen oder beim Wechsel des Tonabnehmers Verstärker ausschalten oder Lautstärke auf null stellen.
Auf die Einstellung achten
Jedes System hat ein vorgegebenes Auflagegewicht, das sich nach dem Datenblatt richtet. Stellen Sie es an der Tonarmwaage oder dem Gegengewicht ein und folgen Sie bei Antiskating dem Hersteller. Wie das geht, zeigt Auflagegewicht und Antiskating einstellen.
Auch die Verträglichkeit mit dem Tonarm zählt: Schwere Tonabnehmer brauchen ein passendes Gegengewicht. Prüfen Sie vor einem Wechsel, ob Anschluss und Gewicht zum Tonarm passen. Der Aufbau des Tonarms wird in Wie funktioniert ein Plattenspieler? erklärt.
Preis, Aufwand und Alternativen im Alltag
MC-Systeme sind in der Regel aufwendiger gebaut und deshalb in höheren Preisklassen zu finden. Hinzu kommen Kosten für eine geeignete Phono-Stufe oder einen Übertrager. Wer beginnt, fährt mit MM meist besser und kann später umsteigen.
Zwischen beiden Welten liegen Systeme wie High-Output-MC, die eine höhere Ausgangsspannung liefern und an manchen MM-Eingängen laufen. Prüfen Sie Datenblatt und Eingang, bevor Sie kaufen. Verlassen Sie sich nicht auf die Bezeichnung allein.
Wichtiger als die Bauart ist, dass das System sauber eingestellt ist, die Nadel in gutem Zustand bleibt und die Platten gepflegt werden. Dann klingt auch ein einfaches System überzeugend.
Kurz zusammengefasst für die Kaufentscheidung
Steht in der Anleitung Ihres Plattenspielers nichts von MC, nutzen Sie ein MM-System und einen normalen Phono-Eingang. Möchten Sie ein MC-System ausprobieren, klären Sie zuerst die Verstärkung der Vorstufe, dann die Nadelpflege und erst danach das Modell. Diese Reihenfolge verhindert, dass ein gutes System an der falschen Elektronik scheitert.
Häufige Fragen
Ist MC immer besser als MM? Nein. MC kann Detailzeichnung bieten, hängt aber stark von Modell und Kette ab. Ein gutes MM-System klingt besser als ein schwaches MC.
Kann ich MM durch MC ersetzen? Nur, wenn Tonarm, Anschlüsse und Phono-Stufe dafür geeignet sind. Meist braucht es eine MC-fähige Vorstufe.
Woran erkenne ich mein System? Auf dem Tonabnehmer oder im Datenblatt. Bei vielen Einsteigerspielern ist es ein MM-System.
Was bedeutet mV? Millivolt, also tausendstel Volt. Es beschreibt, wie viel Spannung das System bei einer bestimmten Rillenauslenkung liefert.
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